Vergangene Veranstaltungen


Premiere im Museum des Kapitalismus im Dezember 2021

Mai 2022

Frankfurt, digital:
gFFZ –
gender- und
Frauenforschungs-
zentrum der hessischen
Hochschulen


mit Lotte Rose,
Eva Tolasch, Tina Jung,
Marion Müller und
den Herausgeberinnen

März 2022
Erlangen, digital: Frauenzentrum Erlangen

22.03.2022 um 18.00 Uhr

Lesung: Wer sind Eltern eines Kindes? Feministische Perspektiven auf Elternschaft





Februar 2022
zur Aufzeichnung
Berlin, digital: Gunda-Werner-Institut der Heinrich Böll Stiftung

Feministische Perspektiven auf Elternschaft –
Geburt im Fokus

Termin: 11.5.2022, 16.30-19.30 Uhr
Anmeldung

Lange Zeit beschäftigten sich feministische Debatten kaum mit Elternschaft und Familie. Diese Leerstelle wird jetzt gefüllt durch das „Handbuch Feministische Perspektiven auf Elternschaft“, das kürzlich beim Verlag Barbara Budrich erschienen ist. Es versammelt 50 geschlechterkritische Beiträge zum Thema Elternschaft. Thematisiert wird, wie Elternschaft in feministischen Theorien verortet ist, wie sie institutionalisiert ist, wie Wege in die Elternschaft und Eltern-sein aussehen können. Zudem werden Herausforderungen einer feministischen Familienpolitik und Utopien einer befreiten Gesellschaft verhandelt.

Aus Anlass des Erscheinens dieses Buches veranstaltet das gFFZ in Kooperation mit den Herausgeberinnen des Handbuches eine Lesung, die den Startpunkt des Elternwerdens – nämlich Schwangerschaft, Geburt und Säuglingsernährung – in den Blick nehmen wird. Die Herausgeberinnen und Autorinnen des Handbuches zu den einschlägigen Stichworten werden hierzu kurze Beiträge vorstellen, um anschließend gemeinsam feministische Perspektiven auf Elternschaft zu diskutieren.

Programm

Lisa Yashodhara Haller, Alicia Schlender: Feministische Perspektiven auf Elternschaft
Marion Müller: Geburtsvorbereitungskurse
Tina Jung: Geburt
Lotte Rose, Eva Tolasch: Säuglingsernährung und Stillen

Anschließend findet eine Podiumsdiskussion mit den Lesenden und Vortragenden statt.
Moderation: Ada von der Decken

***

Lesung: Wer sind Eltern eines Kindes? Feministische Perspektiven auf Elternschaft

Mit den Herausgeberinnen Lisa Yashodhara Haller und Alicia Schlender

Wer sind Eltern eines Kindes? Wie werden Menschen zu Eltern? Und welche Rechte und Pflichten ergeben sich aus der Elternschaft?

Da sich die Verwandtschaft zwischen Eltern und ihren Kindern nicht wie allgemein angenommen, aus Blutsbanden, sondern aus einer rechtlichen Zuordnung ergibt, variiert die Zuordnung, wer Eltern und wer Kind dieser ist, im Ländervergleich sowie historisch. Eine zentrale politische Herausforderung besteht darin, die Eltern-Kind-Zuordnung so auszugestalten, dass sie allgemein für gerecht befunden wird. Aktuell ist die Frage, wer die Eltern eines Kindes sind, eine gesellschaftlich vieldiskutierte Frage, die mit dem aktuellen Koalitionsvertrag neue Fahrt aufgenommen hat: die rechtliche Bestimmung der Elternschaft soll sich damit für alle Konstellationen ändern, die Vaterschaft soll unabhängig der mütterlichen Zustimmung anerkannt werden können, für lesbische Paare sollen gleiche Voraussetzungen wie für heterosexuelle Paare gelten, die altruistische Leihmutterschaft soll geprüft werden und mit dem Konzept einer Verantwortungsgemeinschaft sollen mehr als nur zwei Erwachsene in ihrer Sorgeübernahme rechtlich abgesichert werden.

Mitten in diesen Entwicklungen ist das Handbuch Feministische Perspektiven auf Elternschaft erschienen, das anhand von 50 Schlagworten aktuelle Debatten aufgreift und in verschiedene feministische Diskurse einsortiert. Die Herausgeberinnen Lisa Yashodhara Haller und Alicia Schlender stellen das Handbuch vor und geben anhand einzelner Kapitel einen Einblick in rechtliche Chancen, Herausforderungen und feministische Überlegungen.


Diskussionsveranstaltung: Selbstbestimmte Elternschaft: Reproduktive Gerechtigkeit als feministische Forderung

Eine Veranstaltung mit Herausgeberinnen und Autor*innen des Handbuches „Feministische Perspektiven auf Elternschaft“
Moderation: Lisa Yashodhara Haller und Alicia Schlender (Herausgeber*innen)

Lesung mit den Autor*innen Yandé Thoen-McGeehan, Susanne Schultz , Taleo Stüwe sowie Niki Drakos (Netzwerk Reproduktive Gerechtigkeit)

Im deutschsprachigen Raum war Elternschaft in den feministischen Diskursen lange Zeit Gegenstand der Abgrenzung. Bis heute gibt der Gleichheitsfeminismus den Ton an und orientiert sich an der Gleichheit mit Männern – ungebunden und durch Frauen von Fürsorge befreit. Durch feministische Kämpfe sollte eine solche Autonomie auch für Frauen erstritten werden. Selbstbestimmung schien dabei mit der Sorge um ein abhängiges Kind nicht vereinbar zu sein. Peu à peu jedoch erhält ein Bedeutungswandel Einzug in feministische Debatten und Kämpfe, die sich nicht länger gegen Elternschaft richten, sondern vielmehr gegen die Verhältnisse, in denen Elternschaft zur Zumutung wird.

Genau diese Verhältnisse sozialer Ungerechtigkeit und ihre Auswirkungen auf reproduktive Rechte kritisierten Anfang der 1990er Jahre Schwarze Feminist*innen in den USA und forderten reproduktive Gerechtigkeit für alle. Weiße feministische Kämpfe für das Recht auf Abtreibung waren wichtig, aber nicht genug – denn marginalisierten Personen wurde viel zu oft das Recht auf Elternschaft abgesprochen. Einer der Grundsätze der hieraus entstandenen Theorie und Praxis der Reproduktiven Gerechtigkeit wurde das Recht auf selbstbestimmte Elternschaft. Doch was braucht es, um in einer rassistischen, ableistischen, klassistischen und queerfeindlichen Welt Kinder zu bekommen und sie unter sicheren und würdevollen Umständen groß zu ziehen? Dabei wird eine Vielfalt von Fragen rund ums Elternsein diskutiert: welche Kinder und vor allem wessen Kinder sind staatlich erwünscht? Wer wird staatlich unterstützt, um Eltern werden zu können? Wessen Kinder haben Chancen materiell sicher aufzuwachsen?

In den letzten Jahren erhält das Konzept der Reproduktiven Gerechtigkeit Einzug auch in deutschsprachige feministische Debatten. Das gerade erschienene „Handbuch Feministische Perspektiven auf Elternschaft“ versammelt schlaglichtartig bisher marginalisierte Themenfelder im deutschsprachigen Diskurs, so z. B. Trans Elternschaft, begleitete Elternschaft oder rassismuskritische Perspektiven auf Elternschaft. Die Herausgeberinnen diskutieren an diesem Abend gemeinsam mit drei Autor*innen aus dem Handbuch über Chancen und Herausforderungen reproduktiver Gerechtigkeit im deutschsprachigen Raum.


Dezember 2021

Berlin: Premiere im Museum des Kapitalismus

17.12. 2021 um 18.00 Uhr

Mit den Autorinnen Lisa Malich, Tina Jung, Andrea Trumann und den Herausgeberinnen