Helga Krüger-Kirn: Kritische Mutterschaftsforschung

Ausgangspunkt für eine kritisch-emanzipative Erforschung von Mutterschaft bildet eine historische Rekonstruktion von Mutterschaft und Mütterlichkeit als sozialhistorische Rollenbilder und kulturelle Imaginationen. Zudem hat die Entwicklung der Reproduktionstechnologien zu weitreichenden Verschiebungen im diskursiven Feld von Schwangerschaft und Mutterschaft geführt. Ein Überblick über verschiedene feministische Strömungen zeigt nach einer langjährigen Lücke akademisch-feministischer Analysen ein zunehmendes Interesse an empirischer Mutterschaftsforschung (Niekrenz 2016, Villa 2017). Aus feministischer Sicht bleibt der Zusammenhang von Reproduktion und weiblichem*1Körper es eine (bisher ungelöste) Herausforderung.

1 Ich formuliere meine Überlegungen mit Bezug auf die gegenwärtige symbolische Ordnung der Zweigeschlechtlichkeit. Als Hinweis auf den Konstruktionscharakter von Männern* und Frauen* nutze ich das Zeichen »*«. Diese Bezeichnung schließt auch transsexuelle und genderqueere Menschen ein, die ebenfalls Erfahrungen mit Schwangerschaft haben.