Katrin Menke/Camila Marques Eusébio: Asyl

Da Familien als „natürliche Grundeinheit der Gesellschaft“ (Art. 16 (3), Allgemeine Erklärung der Menschenrechte) sowohl im internationalen als auch im deutschen Recht besonderen Schutz genießen (vgl. Art. 6 (1) GG), steht ihnen als Schutzsuchende in Deutschland das Recht auf Familiennachzug zu. Dennoch sind Eltern mit Schutzstatus in Deutschland mit vielfältigen und je nach Schutzstatus unterschiedlichen Herausforderungen konfrontiert. Aus feministischer Perspektive sind insbesondere die Hürden bei der Inanspruchnahme vorhandener Rechte, ein enger rechtlicher Familienbegriff sowie im Kontext der Ehe geltend gemachte vergeschlechtlichte Ordnungsvorstellungen des Intimen zu nennen. Mit Fokus auf die Bedeutung interdependenter sozialer Kategorien wie Geschlecht, Klasse und race im Kontext der Familienzusammenführung verweist der Beitrag auf hierarchische Machtverhältnisse und macht deutlich, wie selektiv der Zugang zu grundlegenden Menschen-, aber auch sozialen Rechten für Elternteile im Asyl in der Bundesrepublik Deutschland (derzeit) gestaltet ist.